Am 30. Juli 2019 wurde in Düsseldorf ein SE-Vertrag für das börsennotierte und ehemalige Familienunternehmen Centrotec Sustainable unterzeichnet. Es befindet sich in Brilon (Sauerland) und ist spezialisiert auf energiesparende Technologie im Gebäudebau mit 3.000 Mitarbeitern in elf EU-Mitgliedstaaten. Nachhaltigkeit ist ein Teil des Firmennamens, reicht aber nicht bis zur Mitarbeiterbeteiligung. Die Mitbestimmung im Aufsichtsrat wurde durch die Umwandlung in eine SE dauerhaft vermieden. Ohne dies hätte bald ein Vollparitäts-Aufsichtsrat in Deutschland eingerichtet werden müssen, wo die derzeitige Zahl von 1.850 Mitarbeitern nicht weit von der 2000-Grenze entfernt ist. Stellungnahme des EGB zum Brexit-Abkommen vom Oktober 2019 zur Umsetzung der bisherigen Rahmenvereinbarung Während die Mitbestimmung des Aufsichtsrats in Deutschland (Flucht durch ausländische Rechtsformen oder die SE) zunehmend unter Druck gerät, wird sie derzeit in anderen Ländern ausgebaut. Im Herbst 2019 wurden mehrere Länderberichte veröffentlicht. Die Hans-Böckler-Stiftung untersucht die aktuelle Situation in Frankreich (siehe Bericht in EBR News 4/2017) sowie im Vereinigten Königreich (siehe Bericht in EBR News 4/2018) und beleuchtet die aktuellen Diskussionen in den USA. Gleichzeitig präsentierte die Arbeiterkammer Wien eine Studie zur Mitbestimmung von Aufsichtsräten in Österreich im Kontext der Digitalisierung. Die Arbeiterkammer Wien stellte außerdem eine neue Studie über die Arbeitsbeziehungen in Finnland, Portugal, Rumänien und Slowenien vor. Am 24. September 2019 hat eine Gruppe von Mitarbeitern eines Subunternehmerunternehmens, die für Google in Pittsburgh (Pennsylvania) arbeiten, erstmals abgestimmt und für die Anerkennung einer Gewerkschaft für Tarifverhandlungen gestimmt.

Da es in den USA kein Gesetz für Betriebsräte gibt, ist dies der einzige Weg, um die Arbeitnehmervertretung zu etablieren. Ähnliche Bemühungen gibt es in Zürich, wo Google mit 2.000 Mitarbeitern den größten Standort in Kontinentaleuropa hat. Am 21. Oktober 2019 hatten die Mitarbeiter eine Mitgliederversammlung organisiert und zwei Vertreter der Gewerkschaft Medien und Kommunikation syndicom eingeladen. Das Google-Management versuchte, die Montage zu verhindern, war jedoch erfolglos. In Frankreich gibt es bereits einen Betriebsrat. Die Ereignisse bei Google erinnern an den deutschen Softwarekonzern SAP, wo 2006 nach erheblichen Konflikten ein Betriebsrat gegründet wurde. Das Management spekulierte, dass die EBR-Gesetzgebung im Vereinigten Königreich am Tag nach dem Brexit nicht mehr gelten würde und folglich keinen EBR einrichten müsse. Infolgedessen gab es in den ersten beiden Jahren praktisch überhaupt keine Verhandlungen. Ernsthafte Gespräche begannen erst, als der Brexit im Frühjahr 2019 verschoben wurde. Die Nationalbank konnte am 17.

und 18. Juni 2019 mit Unterstützung der EBR-Akademie in der Zentrale in Friedrichsdorf (bei Frankfurt) einen Vertragsentwurf erarbeiten. Es konnte jedoch keine Einigung erzielt werden, da die Standpunkte beider Parteien so weit voneinander entfernt waren und nicht genügend Zeit für Treffen blieb. In Kürze wird daher ein weiterer “Standard”-EBR eingerichtet, der in US-Unternehmen immer häufiger vorkommt (siehe Bericht in EBR News 2/2019). Bose fällt in die deutsche Gerichtsbarkeit. Ranking App: Kapitalismus 4.0 im Beta-TestAm 20. November 2019 hat die Hans-Böckler-Stiftung eine Fallstudie zu Zonar veröffentlicht, einer HR-Software-Anwendung, die von Mitarbeitern verwendet wird, um sich gegenseitig nach dem Modell von Internet-Feedback-Plattformen zu bewerten. Der Online-Modehändler Zalando setzt diese Software seit dreieinhalb Jahren für 5.000 Mitarbeiter ein, unter anderem am Firmensitz in Berlin. Im Wesentlichen hat es den Zweck, jeden dauerhaft mit Hilfe digitaler Technologien zu bewerten, zu kontrollieren und zu sanktionieren. Die Forscher fürchten, dass wir am Anfang eines neuen Trends stehen, der sich schnell in der gesamten digitalen Wirtschaft ausbreiten könnte.

Die Studie führte zu einer starken Berichterstattung in der Presse und nach Rückfragen von Datenschutzbehörden.